Donnerstag, 22. September 2022

Im Bann des Priesterkönigs - Suche nach den „Drei Indien“

Erstausstrahlung:
22.09.2007 um 20:45 Uhr auf arte
 
 
Heute geht es um den legendären Herrscher Priester Johannes (oder Presbyter), auf dem Jahrhunderte lang die Hoffnungen der europäischen Christenheit lasteten, der aber logischerweise niemals mit seinen großen Truppen kam.
 
Erstaunlich, dass sich solch eine Suggestion über vier Jahrhunderte halten konnte. (0:44)
 
Das erste Mal von ihm las ich in dem Roman "Baudolino" von Umberto Eco. Dort war er quasi die Erfindung des Namensgebers der Erzählung.

Die Beschreibungen des Palastes finden in der Computer-Animation überhaupt keine Entsprechung. Zum Beispiel sind nirgends die erwähnten leuchtenden Äpfel zu sehen. (4:44)

Und auch in der Reenactement-Szene der äthiopischen Delegation ist ein Fehler: Die Darsteller waren ganz sicher keine Äthiopier! (35:07)

Donnerstag, 15. September 2022

Der Riese Goliath - Auf den Spuren der Seevölker

Erstausstrahlung:
15.09.2007 um 20:45 Uhr auf arte
 
 
In der Folge geht es eigentlich nur am Rande um Goliath. Er ist vielmehr ein Aufhänger für die Seevölker, denen er zusammen mit seinen Philistern angehörte.

Wenn die Stadt Ugarit unter einer Massenpanik der Bewohner bereits am Untergehen war, wozu haben die Priester dann überhaupt noch eine Prophezeiung mit dem Ergebnis "Gefahr!" durchgeführt? (18:13)

Dass er dabei die Tontafeln verloren haben könnte, liegt auf der Hand.
=> Ein Konjunktiv, der auf der Hand liegt, ist ein Widerspruch in sich. (18:57)

Das Motiv des erigierten Penis ermöglicht Dr. Aren Maeir, hier die durchschnittliche Körpergröße der Philister einzuschätzen. Er geht davon aus, dass sich die Darstellungen an natürlichen Gegebenheiten orientieren.
=> Nachvollziehbar, denn die Keramiken erwecken nicht den Eindruck, dass die Philister hier in Bezug auf die Größe dieses Körperteils übertrieben hätten! ^^ (43:45

Donnerstag, 8. September 2022

Das Phantom von Uruk - Fahndung nach König Gilgamesch

Erstausstrahlung:
08.09.2007 um 20:45 Uhr auf arte
 
 
Einige Tafeln fallen besonders auf, sie sind auf beiden Seiten eng beschrieben und in mehrere Spalten untergliedert.
=> War das wirklich so ungewöhnlich für Keilschrift-Tafeln? (2:18)

Das Gilgamesch-Epos ist nicht, wie in der Folge behauptet, das älteste poetische Werk der Menschheit. Der Etana-Mythos z.B. ist vermutlich älter! (4:46)

Zur damaligen Zeit der Ausstrahlung konnte das Deutsche Archäologische Institut noch eine Dependance in Syrien verwalten. 😕 (9:57)

Dieser Geophysiker läuft da völlig allein durch die Einöde und hat keinerlei Helfer bei der Erstellung dieses Magnetogramms? (41:02

Dienstag, 24. Mai 2022

Die Weihrauch-Connection - Expeditionen im Jemen

Erstausstrahlung:
24.05.1997 um 20:45 Uhr auf arte 


Jemen - das glückliche Arabien
=> Derzeit ist der Jemen alles andere als glücklich. 😕 (1:15)
 
Der Titel der Folge ist mal wieder hart an der Grenze. Muss man Handelsbeziehungen des Altertums denn unbedingt in die Nähe mafiöser Strukturen setzen? (1:43)
Aber der Beitrag ist ja auch von Helga Lippert, die meiner Meinung nach großen Anteil am Niedergang von Terra X hatte. Insofern wundert es mich nicht weiter.
 
Fairerweise muss man aber sagen, dass die Folge selbst jetzt im Großen und Ganzen nicht unbedingt weiter kritikwürdig ist.

Das Reich der Sabäer hatte Terra X übrigens bereits in der Folge 8 aus dem Jahre 1986 besucht. (11:03)

Naja, Gehirntumoren ließen sich meines Wissens mit Weihrauch nicht behandeln! Aber die perifokalen Ödeme konnte man damit wohl immerhin verringern. (27:41)

Märchenhaft anmutende Hirtinnen...
=> Naja, so kann man das auch nennen. (32:14)

Erstaunlich, dass in dieser Einöde Steinböcke lebten. (36:08)

Dienstag, 10. Mai 2022

Das Mallorca-Komplott - Geheimfahrten im Mittelalter

Erstausstrahlung:
10.05.1997 um 20:45 Uhr auf arte


Dies ist der zweite Teil der von 1995 bis '99 dauernden Templer-Trilogie (wenn ich sie so nennen darf) von Gottfried Kirchner, nach "Der Schatz der Tempelritter - Spurensuche in Kastilien" und vor "Schwertbrüder - Der Templer-Coup von Portugal".
 
Ein Loch von nur einem Zentimeter Durchmesser.
=> "Nur" ist gut! (35:48

Und jetzt sogar noch ein zweites Loch, wobei doch diesen "Experten" gleich hätte klar sein müssen, dass man beim ersten Loch sich am Boden des Sarkophags befindet und somit in der Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist. (36:28)

Das Pilgern nach Padua zum heiligen Antonius brachte natürlich doch etwas, denn die vom "Antoniusfeuer" Befallenen verließen die Gegenden, in denen Roggen angebaut wurde. In Italien gab es dagegen Weizen. So aßen die Kranken dann Brote, die nicht vom Mutterkornpilz vergiftet waren. (38:24)

Diese Burgtürme, die da aus dem Wasser ragen, das hat schon was Bizarres! (53:03)

Die Romanze soll glücklich ausgegangen sein - so wollen es Sagen meistens.
=> Da hat der Sprecher/Autor dieser Folge aber offenbar noch nicht sehr viele Sagen gehört! (55:38)

Dienstag, 3. Mai 2022

Irrfahrt vor Galápagos - Mit Thor Heyerdahl auf Inka-Spuren

Erstausstrahlung:
03.05.1992 um 19:30 Uhr im ZDF 

 
Eine Folge über das Scheitern. Bei dem ganzen Projekt ist nichts herausgekommen (was allerdings eher äußere Gründe hatte). Ich habe auch beim Googeln keine weiteren Berichte über den Bau und die Fahrt der Chimok gefunden.
Zumal man ja über den wissenschaftlichen Wert dieser Expedition auch so schon trefflich streiten könnte!

Um dem Ganzen wenigstens noch ein kleines bisschen Glanz zu verleihen, wird Thor Heyerdahl mit in die Geschichte geholt, auch wenn er nur am Rande damit zu tun hat.

Lockdowns gab es auch damals schon! (6:06)
 
Dass Heyerdahl damals seine Ra II von Leuten vom Titicacasee nachbauen ließ, ist ja schon an sich Blödsinn. Wie wollte er denn auf diese Art beweisen, dass die Ägypter den Atlantik überqueren konnten? (8:03)

Interessant ist die Sendung natürlich trotzdem, zeigt sie uns doch das Leben der Menschen vom Titicacasee oder der Pazifikküste, seien es nun Fischer im wilden Wellengang oder Schamanen, die sich San-Pedro-Kaktus in die Nase ziehen. (13:08)

Wer Bilder von den Raubgrabungen von Sipan sieht, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Ein Grabloch neben dem nächsten! (15:56)

Kamen diese Schwierigkeiten mit den ecuadorianischen Behörden aus heiterem Himmel? Hätte man nicht schon im Vorhinein Durchfahrtsrechte klären müssen? Das wirkt ein wenig unprofessionell. (34:26)

Dienstag, 26. April 2022

Das Blut der Azteken - Protokoll einer Zerstörung

Erstausstrahlung:
26.04.1992 um 19:30 Uhr im ZDF
 
 
Diese Folge befasst sich mit dem Untergang des Aztekenreiches. Sehr eingehend wird Cortes' Weg von Kuba bis nach Tenochtitlan gezeichnet.
 
Mit Volker Arzt habe ich immer so meine Probleme. Auf mich wirkt er immer so, als würde er kleinen Kindern gerade was erklären wollen. Ein bisschen wie dieser Ralph Caspers.
 
Seine Hauptstadt hieß "Mexiko".
=> Hier gleich mal die erste Ungenauigkeit, denn ihre Hauptstadt hieß eigentlich Tenochtitlan. Aber das dort lebende Volk nannte sich selbst "Mexica". (1:15)

Der Adler ist bei den Azteken nicht nur ein Symbol für Kraft und Größe, sondern das zentrale Element einer Prophezeiung. Dort, wo sie einen Adler mit einer Schlange im auf einem Kaktus landen sahen, sollte ihre neue Hauptstadt entstehen. Und genau dies geschah so am Texcoco-See. (1:32)
 
Dann sieht man Volker Arzt auf einem riesigen Schutthaufen sitzen. Woher der rührt, wird nicht gesagt. Das Erdbeben von 1985 kann es ja wohl kaum gewesen sein, denn das lag zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen bereits sechs Jahre zurück. (3:04)

Und die nächste Ungenauigkeit: Zur Zeit von Cortes war Madrid noch nicht die Hauptstadt von Spanien, sondern Valladolid. Erst mit Philipp II. änderte sich dies.
Diese ganzen kleinen Fehler sind doch erstaunlich für eine Sendung, die immerhin von Berthold Riese wissenschaftlich beraten wurde. (3:50)

Aber es gibt immerhin recht schöne Aufnahmen der Sonnenfinsternis von 1991. (6:27)

Den Danza del Volador finde ich immer wieder beeindruckend. (15:52)

So putzig sie auch sein mögen, vielleicht waren die VW Käfer doch nicht die beste Wahl für diese Expedition. (18:00)

Unklar bleibt, was bei den Kaziken der Tlaxcalteken zum Umdenken führte. Sie hatten die Leute um Cortes ja beinah schon besiegt.
Und warum unterstützten sie die Konquistadoren auch nach ihrer schmählichen Niederlage in der "Noche Triste" noch weiterhin? (38:52)